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Löbdergraben 29
07743 JenaTelefon
03641 235429
Telefax 03641 235429
Internet
www.capitol-jena.com
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| Tag |
Normal |
Erm. |
Kinder |
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Mo, Mi |
6,00 |
5,00 |
3,50 |
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Di |
3,50 |
3,50 |
3,50 |
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Do |
4,50 |
4,50 |
3,50 |
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Fr - So |
7,00 |
5,00 |
3,50 |
Sonntag ist Familiensonntag:
Erwachsene in Begleitung von Kindern zahlen den ermäßigten Preis.
Für Filme mit Überlänge wird ein Aufschlag von 0,50 Euro erhoben.
Das Filmtheater Capitol
Seine Geschichte beginnt, als
der Kino-Besuch so beliebt war, wie der Griff zur Fernbedienung heute. Der heilige Berg,
so hieß der Film, der zur Eröffnung des Hauses am 2. April 1927 gezeigt wurde. Als
modernster Kino-Bau Mitteldeutschlands feierte die Stadt Jena das Capitol. Damals gab es
bereits das Palasttheater und das Astoria. Außerdem flimmerte auch im alten Stern
zeitweise ein Filmprojektor.
Valentin Widera war der Mann, dem als Inhaber der Thüringer
Lichtspiele auch das Capitol gehörte. Die Entwürfe für sein neuestes Haus ließ er sich
von den Architekten Schreiter und Schlag liefern. Widera trug zur Gestaltung des Hauses
mit seinen Erfahrungen als Fachmann bei. Eine Rarität sind die oberen Fenster an der
Stirnseite des Capitols. Das Glas ist mit den Schriftzug Schreiter und Schlag als
Markenzeichen versehen. Als Sohn eines Schulmeisters begeisterte Widera sich früh für
den aufregend neuen Film.
Von seinem
Erspartem eröffnete er im ostpreußischen Thorn sein erstes Kino. Der Blick für das
Praktische und eine enormes Stehvermögen kennzeichnen Valentin Widera, diese Worte findet
die Kino-Belegschaft in einer 1932 erschienen Festschrift. Der Jenenser Armin Albrecht, er
begann 1936 im Deutschen Haus als Filmvorführer zu arbeiten, erinnert sich noch an
Widera. Er bewohnte acht großzügige Zimmer, die er sich im Obergeschoss
des Capitols
eingerichtet hatte. Und vor dem Kino stand immer sein nobler Horch, erzählt der heute
85jährige. Albrecht erinnert sich auch daran, wie in den 30ern der Zaubertrick mit dem
Elefanten funktionierte. Einfach, indem ein Variete-Künstler ein schwarzes Tuch über das
Tier stülpte und mit den Kinoscheinwerfern das Publikum blendete.
Das Kriegsende 1945 - Die sowjetische Besatzungsmacht nahm
das Capitol in Beschlag, das der Roten Armee fortan als Kommandatur diente. Einige Jahre
später begann der Filmbetrieb wieder, zunächst mit russischer Beteiligung.
Das Capitol hatte bei Kinofreunden einen neuen Namen:
Russen-Kino. Anton Komarek, er begann zu jener Zeit seine Filmvorführer-Laufbahn,
erinnert sich noch an den Streifen "Sie tanzte nur einen Sommer". Damals waren
die Schlangen an den Kinokassen noch länger als sonst, denn die Hauptdarstellerin war in
einer Szene halbnackt zu sehen. Das war etwas ganz Neues für die Leute, sagt Anton
Komarek. Auch ansonsten waren die Kinobesuche ein kulturelles Ereignis. Weil nach dem
Krieg kaum Varietes in Betrieb waren, unterhielt vor den Filmen regelmäßig ein
Bühnenprogramm. Ballett, Kleinkunst, Artistik auf der Kinobühne das Publikum zahlte
dafür gern 50 Pfennige mehr.
1982 wurde das
Haus geschlossen wegen seines schlimmen Bauzustandes. Dann kam der große Umbau. Weil 1984
im Bezirk Gera die Arbeiterfestspiele anstanden, waren Geld und Material vorhanden. Heinz
Kottke leitete als Bauabteilungsleiter der Bezirksfilmdirektion das Großprojekt. Er hatte
schon Kinos in anderen Großstädten der DDR eingerichtet, aber beim Capitol wurde eine
ganz radikale Lösung gefunden. Tatsächlich blieben nur die Außenmauern stehen, sagt
Heinz Kottke. Hauptanliegen war es, mehr Kinoplätze zu schaffen. Doch wegen der
seitlichen Begrenzung konnte nur nach oben oder nach unten gebaut werden, erinnert sich
Kottke. Beim Tieferbauen langten die Arbeiter dabei kräftig zu und fuhren mit einem
Bagger im großen Saal vor. Unter dem Bauwerk entstanden Toilettenanlagen und darunter ein
zweites Kellergeschoss mit Lüftungskanälen.
Das Kino hatte von jetzt an drei Kinos, den großen Saal,
dazu ein Studiokino für den anspruchsvollen Film und ein Klubkino, in dem die
Filmpädagogin Christa Niedner Filme für Kinder zum Erlebnis machte. Und da war auch die
Kino-Bar im Erdgeschoss, die nicht allein Filmfans anlockte. Viele neue Ideen also im
Jenaer Kino.
1990, der Filmtheaterbetrieb Jena GmbH, sein Firmensitz
befindet sich in Bochum, übernahm das Capitol. Weil es für die Theaterbühne keine
Verwendung mehr gab, wurde erneut umgebaut. Im hinteren Teil des Capitols entstanden das
C4 und das C5 mit jeweils etwa 60 Plätzen. Aus Aufenthaltsräumen im
Erdgeschoss wurde
Ladenfläche.
Anfang 2008 stand das Capitol kurz
vor dem Aus, weil der damalige Betreiber das Kino schließen wollten.
Um das zu verhindern, fassten Maria Birnbaum und Jaqueline Woick (bis dahin im Kino
angestellt) den Mut, als neue Betreiberinnen das Kino zu
übernehmen. Sie wollen sowohl die Spielstätte als auch den Charme
des Hauses erhalten und planen dafür verschiedene Renovierungen und
Änderungen im Konzept.
© 2008 digital concept /
Impressum
Geschichte des Filmtheater Capitol © TLZ/Thomas
Bernst
Fotos: Stadtmuseum Jena, Erfrischungsraum: Kohl-Otto
Abdruck mit freundlicher Genehmigung
Letzte Aktualisierung:
10. Sep 08
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